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Branchenmeldungen 11.02.2019

Kieferorthopäde hintergeht Schulzahnklinik

Kieferorthopäde hintergeht Schulzahnklinik

Die Anschuldigungen, dass Zahnärzte der Schulzahnklinik Schaffhausen Patienten abgeworben haben, verhärten sich. Ein Kieferorthopäde, dessen Praxis kürzlich bei einer Razzia durchsucht wurde, soll so mehrfach in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Der 44-jährige Zahnarzt ist Kantonangestellter und war jahrelang in Teilzeit für die Schulzahnklinik tätig. In dieser Zeit soll er im Rahmen der jährlichen Kontrolluntersuchungen nicht nur einmal Patienten abgeworben haben, wie blick.ch schreibt. Er bediente sich dabei verschiedener Tricks und falscher Versprechen, um Kinder, denen beim Check-up kieferorthopädischer Behandlungsbedarf attestiert wurde, auf seine Praxis umzuleiten. Ein Vorgehen, welches Kantonangestellten eindeutig untersagt ist.

Damit hatte der Kieferorthopäde nicht nur den Kanton, sondern ebenso viele Eltern hintergangen. Schließlich erhielten sie als Patienten seiner Praxis keine kantonale finanzielle Unterstützung, wie dies an der Schulzahnklinik die Regel ist. Der 44-Jährige soll nicht der einzige gewesen sein, der sich über die Schulzahnklinik in die eigene Tasche gewirtschaftet hat. Derzeit laufen auch gegen andere Behandler Strafverfahren.

Damit geht das Desaster für die Schaffhauser Schulzahnklinik in die nächste Runde. Bereits vor Monaten war sie unter anderem wegen fragwürdiger Behandlungen, wie die Verordnung der Nachtspange Myobrace, unter Beschuss geraten (ZWP online berichtete). Eine eigens dafür eingerichtete Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) soll Klarheit zu den Vorwürfen bringen.

Foto: pathdoc – stock.adobe.com

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