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Branchenmeldungen 29.04.2016

Zimmer Biomet Implantologie Tage 2016

Georg Isbaner
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Zimmer Biomet Implantologie Tage 2016

Zum ersten Mal veranstaltete Zimmer Biomet die traditionellen Implantologie Tage als vereintes Unternehmen. Unter dem Motto „Gemeinsam erreichen wir mehr“ trafen sich an diesem Wochenende internationale Experten der oralen Implantologie in Stuttgart zu einem Kongress der Extraklasse.

Die 300 Teilnehmer der ersten Zimmer Biomet Implantologie Tage genossen ein abwechslungsreiches Programm mit Hands-on-Workshops, Live-OP, Impulsvorträgen und einem herausragenden Key-Note-Speaker. „Damit können wir einmal mehr unter Beweis stellen, dass wir unsere Kunden nicht nur als Hersteller von hochwertigen Implantaten und regenerativen Materialien, sondern auch als Anbieter von einzigartigen Fortbildungsveranstaltungen unterstützen.“, zeigte sich Krista Strauss, Geschäftsführerin Zimmer Biomet DACH gewohnt selbstbewusst.

International anerkannte Referenten der Implantologie und Oralchirurgie wie Dr. Stephen J. Chu, CAD-/CAM-gefertigten allogenen Knochenblock. Priv.-Doz. Dr. Dr. Klaus-Kristian Würzler oder Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl vermittelten neue Impulse für die implantologische Praxis und präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse, innovative Behandlungskonzepte sowie praktisches Wissen und Können. Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl, einer der Referenten der Implantologie Tage, lobte die Fortführung der Veranstaltung unter dem neu zusammengeführten Firmendach: „Das Konzept der Implantologie Tage ist seit mehr als zehn Jahren ein Erfolgsgarant. Es freut mich daher ganz besonders, dass diese hochkarätig besetzte Veranstaltung von dem seit kurzem vereinten Unternehmen Zimmer Biomet weiterentwickelt und fortgeführt wird. Es gibt wenige vergleichbare Veranstaltungen, die in so perfekter Weise den neuesten theoretischen und wissenschaftlichen Stand sowie gleichzeitig absolut praxistaugliche Konzepte vermitteln können.“

Impressionen

Praktische Workshops

Den Auftakt der Veranstaltung prägten die jeweils vierstündigen und parallel stattfindenden Workshops am Freitag mit ausgewiesenen praktischen Teilen. Das Themenspektrum reichte von implantatprothetischen Konzepten über Socket Preservation bis hin zu Hart- und Weichgewebe-Management.

Dr. Rolf Vollmer demonstrierte in seinem Workshop die Komplettversorgung des unbezahnten Kiefers nach dem RevitaliZe®-Konzept – Patientenlösungen mit der Zimmer® konischen Abutment-Familie. Beim RevitaliZe®-Konzept werden mehrere Tapered Screw-Vent Implantate in einem Kiefer inseriert. Die Implantate können sofort belastet und provisorisch versorgt werden. Ein herkömmliches zweizeitiges Protokoll ist ebenfalls möglich. Gleichzeitig werde durch die abgewinkelten konischen Abutments die Knochennutzung maximiert und die Freiendsättel des Zahnersatzes verringert, so Dr. Vollmer.

Dr. Ole Richter gab den Teilnehmern seines Workshops Einblicke in seinen Erfahrungsschatz zum Thema Ridge Preservation und Blockaugmentationen mit Puros® Allograft Knochenersatzmaterialien. Dr. Richter demonstrierte auch anhand seiner eigenen Lernkurve die Vorteile der Blockaugmentation bei größeren Defekten, machte aber auch deutlich, wie entscheidend die Patienten-Compliance bei der erfolgreichen Einheilung der Augmentate ist.

Dr. Daniel Engler-Hamm konnte in seinem Workshop wertvolle Hinweise zu einem gelungenen Hart- und Weichgewebe-Management rund um Implantate geben.

Priv.-Doz. Dr. Jan-Frederik Güth und ZTM Josef Schweiger führten in das Münchner Implantatkonzept ein und zeigten dabei wie Chirurgie und Prothetik in zwei Sitzungen absolviert werden können. Hierbei geht es vor allem um einen modellfreien Weg mittels Intraoralscanner und digitaler Fertigung.

Vorträge

Der Samstag war geprägt von ausführlichen Referaten, wobei den Auftakt die Live-OP Priv.-Doz. Dr. Dr. Klaus-Kristian Würzler bildete, die im Saal von Dr. Florian Will kommentiert wurde. Die OP vermittelte die Augmentation mit einem CAD-/CAM-gefertigten allogenen Knochenblock und zeigte, wie weit der Workflow bei guter Planung bisher gediehen ist. Anschließend sprach Dr. Tasso von Haussen zu den Ergebnissen einer randomisierten multizentrischen Frühbelastungsstudie mit dem Trabecular Metal™ Implantat. Die Implantatoberfläche fördere das Einwachsen des Knochens in die Implantatstruktur verbessere dadurch die Sekundärstabilität, so von Haussen.

Dr. Daniel Engler-Hamm referierte eindruckvoll zu dem Themenkomplex Periimplantitis. Hierbei komme es sehr stark auf die richtige Diagnose an. So sei ein größeres Knochenremodelling um das Implantat nicht immer ein Anzeichen einer beginnenden Periimplantitis, auch wenn dies zunächst mit einem Hart- und Weichegewebe-Verlust einhergehe. Bei eindeutigen periimplantären Entzündungen plädiert Engler-Hamm insbesodnere für eine äußerst gründliche Reinigung sowohl des inflammatorischen Gewebes als auch der Implantatoberflächen. Hierbei betonte er, wie entscheidend dabei die Mikro-Oberflächen der Implantate sind. Je aggressiver diese zur vermeintlichen Unterstützung der Primärstabilität ausfällt, umso schwieriger könne eine nachhaltige Reinigung solcher Implantatoberflächen ausfallen.

Dr. Torsten Kamm sprach anschließend über die Planung bis zur prothetischen Versorgung – Konzeption und Behandlungsablauf bei anspruchsvollen klinischen Fällen. Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl stellt in seinem Vortrag die Frage „Socket Preservation, Sofortimplantat oder doch spontane Heilung der Alveole – was macht Sinn in der ästhetischen Zone?“. Dies sei in vielen Fällen eine diffizile Problemstellung, die nicht immer eindeutige Indikationen ermöglicht, wobei die implantologische Sofortversorgung ein probates Mittel darstelle. Hierbei käme es aber vor allem auf den richtigen Biotypen (dickes Weichgewebe) und eine intakte bukkale Lamelle an. Gleichzeitig muss der erfahrene Chirurg dafür Sorge tragen, dass das Implantat ausreichend palatinal positioniert sei, so Fickl.

Priv.-Doz. Dr. Jan-Frederik Güth sprach über verschiedene digitale Konzepte – Zahn- und Implantatgetragen. Güth vertiefte dabei das Thema seines Workshops und machte deutlich, welche ästhetischen Lösungen bereits heute durch sorgfältige Planung und Materialwahl digital erreicht werden können. Dr. Stephen J. Chu schloss die Vortragsreihe mit seinen Ausführungen zu „Managing esthetic failures on anterior dental implants: etiologies and treatment solutions“.

Zimmer Biomet legt Strukturen zusammen

Nach der Akquisition von Biomet Inc. durch die Zimmer Holdings Inc. im Juni 2015 wurden sukzessive einige Standorte in den Ländergesellschaften neu bestimmt. Die Konzernleitung von Zimmer Biomet hat sich für die Standorte München und Winterthur entschieden. Krista Strauss, Geschäftsführerin des Dentalbereichs in Deutschland, Österreich und der Schweiz, erläutert die Vorteile, die ein gemeinsamer Standort für den Geschäftserfolg des Unternehmens bringen wird: „Es ist wichtig, dass wir künftig in den Ländern als starkes Team unter einem Dach agieren können. München bietet uns als internationales Drehkreuz die perfekte Infrastruktur für unsere Ländergesellschaft in Deutschland. In der Schweiz haben wir uns aus guten Gründen für Winterthur entschieden. Am Sitz des renommierten Zimmer Biomet Institutes haben wir nicht nur eine hochmoderne und international stark frequentierte dentale Fortbildungseinrichtung, sondern auch genug Platz für unsere zusammengeführten Schweizer Teams.“

Jüngere Zahnärzte gezielt und individuell fördern

Tatsächlich bietet Zimmer Biomet nach dem Zusammenschluss ein sehr umfangreiches Fortbildungsprogramm, von Humanpräparatekursen über regelmäßigen Übungen an realitätsgetreuen Phantomköpfen bis hin zu Seminaren, die alle Aspekte der modernen Implantologie und Oralchirurgie aufbereiten. Gerade die praktisch orientierten Workshops seien heute ein probates Mittel, um die jüngeren an der Implantologie interessierten Zahnärzte abzuholen, so Strauss während eines Pressemeetings am Rande des Stuttgarter Kongresses.

Unternehmensteile ergänzen sich komplementär

Innerhalb der vergangenen Monate und Jahre hat man sich als Beobachter bereits an die Fusions- oder Übernahmeschlachten der Dentalbranche gewöhnt. Gerade bei der Größenordnung eines Deals wie zwischen Zimmer Inc. und Biomet 3i hätte man davon ausgehen können, dass nicht alles reibungslos läuft. Doch Krista Strauss strahlt aus, dass beide Seiten mit den Umwandlungsprozess mehr als zufrieden sind: „Wir waren zwar nicht überrascht, wie gut die beiden Unternehmen zu einander passen, schließlich wird so eine Übernahme sorgfältig geplant. Doch gerade für den europäischen Markt und insbesondere für die Region DACH haben wir uns hinsichtlich der Vertriebsstrukturen, Kundenstämme und des Produktportfolios optimal ergänzt.“ Für die Zukunft scheint der neue Dentalriese, der sich weltweit an vierter Stelle sieht, gut gerüstet zu sein. Ein umfangreicher Produktkatalog von Knochenersatzmaterialien, Implantate und digitale Lösungen machen Zimmer Biomet zu einem Komplettlösungsanbieter erster Güte. Gleichzeitig sieht man sich sowohl in der Forschung & Entwicklung als auch im wichtigen Value-Segment bestens aufgestellt.

Foto: © OEMUS MEDIA AG
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