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Wissenschaft und Forschung 14.11.2017

9/11-Pilotstudie: Toxine in Milchzähnen nachgewiesen

9/11-Pilotstudie: Toxine in Milchzähnen nachgewiesen

16 Jahre nach den Terroranschlägen beschäftigt sich ein Forscherteam in einer Pilotstudie mit den langfristigen Auswirkungen von Schadstoffen, die beim Einsturz der beiden Türme des World Trade Centers frei wurden. Dabei interessieren sie sich besonders für die Milchzähne von Kindern, die während der Anschläge noch sehr klein oder ungeboren waren. Dies ist kein einfaches Unterfangen, da sie Personen finden müssen, die über 16 Jahre später ihre Milchzähne noch aufbewahren.

Die Zähne von vorerst vier Kindern untersuchten sie mit einem laserbasierten Verfahren. Das Team des New Yorker Mount Sinai Hospital entdeckte in der Hälfte der Zähne Spuren von Zinn, Blei und Neurotoxinen, die jeweils auch in der Staubwolke vom 11. September 2001 nachgewiesen wurden.

Die Werte in den Babyzähnen unterscheiden sich sehr von denen aus italienischen Industriestädten und verkehrsreichen Gebieten in Mexiko-Stadt, in denen das Nachweisverfahren ebenfalls zur Anwendung kam. Dies deutet auf eine besondere Belastung hin, die tiefergehend erforscht werden muss. Da aber die Stichprobe von Milchzähnen bisher noch sehr klein ist, sucht das Forscherteam dringend nach weiteren Zähnen, die sie untersuchen können.

Zum Zeitpunkt des Einsturzes sollen bis zu 40.000 Kinder in der Umgebung von Ground Zero zugegen gewesen sein. Bisher zählen Kinder zur am wenigsten erforschten Gruppe, die Auswirkungen der Anschläge vom 11. September 2001 betreffend. Die Wissenschaftler möchten dies ändern und den Eltern sowie inzwischen jungen Erwachsenen helfen, die Langzeitrisiken abschätzen zu können.

Quelle: Newsweek

Foto: grafficx – stock.adobe.com
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