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Wissenschaft und Forschung 12.02.2019

Intransparenz bei zurückgezogenen zahnärztlichen Publikationen

Intransparenz bei zurückgezogenen zahnärztlichen Publikationen

Offizielle Meldungen, dass Forschungsergebnisse der Zahnmedizin zurückgezogen wurden, sind so gut wie nicht existent. Aber es gibt sie, wie eine aktuelle Studie deutscher und australischer Wissenschaftler belegt.

Die im Journal of Dentistry veröffentlichte Studie fand bei der Überprüfung sämtlicher Datenbanken bis zum Juli 2018 insgesamt 138 zurückgezogene Publikationen. Zwei unabhängige Forscher hatten die Retractions näher untersucht und herausgefunden, dass zahnmedizinische Forschungen in knapp drei Viertel der Fälle aufgrund von Fehlern zurückgezogen werden. Davon ist rund die Hälfte auf Plagiate und eine fehlerhafte bzw. ungenaue Durchführung zurückzuführen. Im Schnitt liegt ein Jahr zwischen Veröffentlichung und Zurückziehen der Publikation.

Das Forscherteam untersuchte zudem den Impact-Factor, der angibt, wie oft der Artikel in anderen Publikationen zitiert wurde. Dabei wurde deutlich, dass viele Publikationen auch nach ihrem Zurückzug weiter zitiert werden. Fehlerhafte Berichterstattung ist die Folge.

Um dies zu verhindern, fordern die Forscher mehr Transparenz bei solchen Fällen. Informationen über zurückgezogene Artikel sollten in gleichem Maße geteilt werden wie Publikationen selbst.

Foto: Richtsteiger – stock.adobe.com
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