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Wissenschaft und Forschung 24.01.2020

Krebs: Biopsie bald durch Speicheltest abgelöst?

Krebs: Biopsie bald durch Speicheltest abgelöst?

Ein interdisziplinäres Forscherteam hat einen Chip entwickelt, der auf Basis sogenannter Akustofluidik Speichelproben ermöglicht, die zuverlässig Oropharynxkarzinome diagnostizieren. Die neuartige Technik soll für weitere Krebsformen ausgebaut werden.

Bisher ist die Biopsie der „Goldstandard“, wenn es um die Klärung gut- oder bösartiger Tumoren geht. Eine kürzlich im Journal of Molecular Diagnostics veröffentlichte Studie konnte nun zeigen, dass diese Methodik schon bald durch eine ganz neuartige Technik abgelöst werden könnte.

Diese macht sich zunutze, dass Oropharynxkarzinome mit dem Vorhandensein des Papillomavirus (HPV 16) assoziiert sind. Unter Verwendung der Akustofluidik, die akustische Oberflächenwellen und Mikrofluidik miteinander vereint, werden Speichel-Exosomen isoliert und als hochkonzentrierte Probe bereitgestellt. Exosomen sind kleinste Mikrovesikel, die insbesondere von Tumorzellen an ihre Umgebung abgegeben werden.

Quelle: The Journal of Molecular Diagnostics

In der Studie erwies sich diese Methode als geeigneter tumorspezifischer Biomarker. Bei 80 Prozent der Krebspatienten konnte der Chip HP-Viren korrekt nachweisen.

Und die Vorteile liegen klar auf der Hand: Entlastung des Patienten, da die Technik nichtinvasiv ist und innerhalb von wenigen Minuten Ergebnisse liefert. Zudem verursacht sie weniger Kosten und ermöglicht uneingeschränkt Wiederholungen, um das Fortschreiten des Tumors zu beobachten.

Da sich die Technik auch für andere Fluide wie Blut, Plasma oder Urin eignet, hoffen die Wissenschaftler, weitere Biomarker für andere Krebsformen ausfindig zu machen.

Foto: science photo – stock.adobe.com

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