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Wissenschaft und Forschung 31.01.2020

Milchzähne liefern detaillierte Hinweise auf Bleiexposition

Milchzähne liefern detaillierte Hinweise auf Bleiexposition

Milchzähne liefern vielfach Indizien über Gesundheitsrisiken und gewinnen daher für die Forschung immer mehr an Bedeutung. Eine aktuelle Studie aus den USA konnte anhand der Milchzähne die Auswirkungen industrieller Kontamination durch Blei belegen.

Die Bleibelastung ist zwar seit dem Verbot des sogenannten Antiklopfmittels in Benzin in der EU deutlich gesunken. Dennoch ist der Verkehr durch den Abrieb von Bremsen und Reifen noch immer die größte Emissionsquelle. Hinzu kommt die Exposition durch Lebensmittel, Industrie usw.

In der Regel werden Bleiwerte im Blut nachgewiesen, die allerdings nur momentane Belastungen abbilden. Wie US-amerikanische Forscher in ihrer USC Truth Fairy-Studie nun feststellten, lassen sich mithilfe der Milchzähne detailliertere Erkenntnisse über die Belastung gewinnen. So konnten sie eine direkte Korrelation zwischen dem Bleigehalt im Boden und dem in den Zähnen über verschiedene Zeiträume herstellen.

Sie untersuchten 50 Milchzähne von 43 verschiedenen Kindern aus fünf verschiedenen Gemeinden in Los Angeles, um konkret die Folgen eines Recyclinghofs für Autobatterien nachzuweisen. Die Untersuchung der Milchzähne erfolgte via Laserablation, wodurch die Zähne Schicht für Schicht untersucht und somit der Zeitpunkt der Bleiverunreinigung bestimmt werden konnte. Sie fanden heraus, dass es sowohl eine pränatale als auch frühkindliche Exposition gibt.

Blei wirkte sowohl im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimester (hier wird das Dentin gebildet) auf das Ungeborene als auch in der frühkindlichen Phase. Bei Letztgenanntem scheint der direkte Kontakt mit dem Boden durch Krabbeln und dem Bedürfnis, Dinge in den Mund zu stecken, ausschlaggebend zu sein.

Die Studie ist im Environmental Science & Technology erschienen.

Foto: nuzza11 – stock.adobe.com

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