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Wissenschaft und Forschung 02.03.2018

Wie Humane Papillomviren (HPV) im Mund- und Rachenraum überleben

Wie Humane Papillomviren (HPV) im Mund- und Rachenraum überleben

Humane Papillomviren (HPV) stehen seit Längerem unter Verdacht, Kopf- und Halstumoren auszulösen. Untersuchungen haben nun aufgedeckt, warum HPV im Mund- und Rachenraum unbemerkt überdauern können.

Mehr als zwei Drittel aller Menschen infizieren sich im Laufe des Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Das Virus, welches Haut- und Schleimhautzellen befällt, wird hauptsächlich durch sexuellen Kontakt übertragen. Auch Oralsex ist ein möglicher Übertragungsweg (ZWP online berichtete). Während HPV-Infektionen in der Regel von selbst ausheilen, können chronische Erkrankungen über mehrere Jahre Hautveränderungen, wie Genitalwarzen und Tumoren, hervorrufen. Neben Gebärmutterhalskrebs wird seit einigen Jahren auch Mund- und Rachenkrebs mit HPV in Verbindung gebracht.

Forscher der University of Rochester haben jüngst herausgefunden, wo Humane Papillomviren im Mund- und Rachenbereich genau „lauern“. In ihrem „Versteck“ war es ihnen bisher gelungen, über einen längeren Zeitraum zu verharren und im Verborgenen unbemerkt Krebserkrankungen hervorzurufen.

Die Wissenschaftler untersuchten Gewebeproben von mehr als 100 Patienten, die zuvor bei einer Tonsillektomie entfernt wurden. Sie entdeckten die Viren auf dem Gewebe von Tonsillen, genau genommen, in den Vertiefungen (Krypten) dieser. Dass die Viren dem Immunsystem so lange standhalten konnten, erklärt das Team mit dem Vorhandensein von Biofilmen. So konnten die Forscher in den infizierten Krypten auch Biofilme nachweisen, die, ihrer Meinung nach, für HPV wie ein Schutzschild fungieren.

Mit den neuen Erkenntnissen, die im Journal of the American Medical Association – Otolaryngology veröffentlicht wurden, hoffen die Forscher langfristig, durch HPV verursachte Kopf- und Halstumoren verhindern zu können. Ihr Ziel ist es, einen Wirkstoff zu entwickeln, der effektiv gegen Biofilme, die HPV in den Tonsillen schützen, vorgeht. Zuvor ist jedoch ein Testverfahren nötig, um HPV verlässlich nachzuweisen.

Foto: eyetronic – stock.adobe.com
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