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Wissenschaft und Forschung 08.10.2019

Zahnungsgel: Vermeintliche Hilfe birgt Risiken für Kleinkinder

Zahnungsgel: Vermeintliche Hilfe birgt Risiken für Kleinkinder

Wenn Babys zahnen, wollen Eltern nur eines: die Schmerzen ihrer Kinder lindern. Sie greifen daher zu Hilfsmitteln wie Zahnungsgels. Schenkt man einer aktuellen Studie Glauben, sollten Eltern vom Gebrauch dieser aber lieber Abstand nehmen.

Die Ergebnisse der im British Dental Journal veröffentlichten Studie stellen nicht nur die Wirksamkeit infrage – sie entlarvten auch verschiedene Gesundheitsrisiken für Kleinkinder. Englische Forscher analysierten 14 verschiedene Zahnungsgels und -pulver, die in Großbritannien zugelassen sind, auf ihre Inhaltsstoffe. Neun dieser Hilfsmittel wurden von ihnen als potenziell schädlich eingestuft.

So fanden sie in sechs Gels unter den Inhaltsstoffen Alkohol, zwei andere enthielten Zucker. Dass dies keine optimalen Bedingungen für die Zahngesundheit der Kinder darstellen, steht außer Frage. Zudem haben ältere Studien zu Alkohol in Muttermilch bereits darauf hingewiesen, dass die motorische Entwicklung durch Alkohol negativ beeinflusst wird.

Die Forscher deckten aber noch einen weiteren Inhaltsstoff auf: Lidocain. Das Betäubungsmittel wurde ebenfalls in sechs Zahnungshilfen ausfindig gemacht. Bereits vor einigen Jahren wurden mehrere Zwischenfälle schwerer Intoxikationen – sechs davon mit Todesfolge – durch 2-prozentige Gels gemeldet.

Selbst bei 1-prozentigen Gels bestünde noch immer die Gefahr der Überdosierung durch Falschanwendung, so die Forscher. Schließlich wird das auf die Gingiva aufgetragene Gel nach kürzester Zeit vom Speichel weggespült und heruntergeschluckt. Die Wirkung wird verfehlt, das Kind schreit kurz darauf erneut und Eltern sind zu einer wiederholten Anwendung verleitet. Deutlich ungefährlicher und effektiver seien, nach Meinung der Forscher, Beißringe.

Foto: golibtolibov – stock.adobe.com

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