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Praxishygiene 13.02.2018

Ich sehe was, was Du nicht siehst ... und das macht krank!

Ich sehe was, was Du nicht siehst ... und das macht krank!

Oft unterschätzt und wenig oder gar nicht bewusst wahrgenommen, spielen im Leben gerade die Dinge eine signifikante Rolle, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann. Dazu fallen mir gängige Themen ein wie: Wunderbare Gerüche, warnende Geräusche, mitreißende Musik und natürlich die gesamte Palette der herrlichen kulinarischen Geschmacksrichtungen – von süß über salzig bis hin zu bitter. Weiter geht es über andere Empfindungen wie Zuneigung, Mitgefühl, Verbundenheit oder natürliche Aspekte wie Wärme oder Kälte.

Was wären wir ohne diese ständig unterbewusst präsenten Begleiter? Dieser Gedanke verleitet zum Weiterdenken. Wie sieht es denn eigentlich mit Bakterien, Viren und anderen Krankheitserregern aus? Unsichtbar und oft mit geringer Aufmerksamkeit bedacht sind sie immer und überall präsent. Vor allem an Orten, an denen viele Menschen zusammenkommen, sowie in medizinischen und zahnmedi­zinischen Bereichen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Hy­gieneanforderungen in der Zahnarztpraxis immer strenger und komplizierter werden.

Heutzutage sollte es selbstverständlich sein, dass der Hygiene in einer Zahnarztpraxis eine besondere Bedeutung zukommt, betrifft sie doch quasi jeden Praxisbereich. Der Anspruch an Sauberkeit und Hygienemaßnahmen sollte sich derart gestalten, dass sich jeder Behandler und jedes Mitglied des Praxisteams jederzeit gerne in die eigene Behandlung begeben würde. Und das Ganze fängt bereits bei der körperlichen Hygiene jedes einzelnen Teammitglieds an.

Die korrekte Händedesinfektion stellt daher einen maßgeblichen Baustein für die Sicherheit und den Schutz von Patienten und Praxisteam im Alltag dar. Doch wie sieht eine ausreichende Händedesinfektion überhaupt aus? Vor und nach der Arbeit bzw. nach Pausen oder Unterbrechungen, bei sichtbaren Verschmutzungen, vor Mahlzeiten, nach Toilettengängen, Husten, Niesen, Naseputzen etc. ist eine Säuberung der Hände angesagt.

Unterschieden wird dabei zwischen der sogenannten Händereinigung sowie der hygienischen und der chirurgischen Händedesinfektion. Die einfache Händereinigung findet mittels hautschonender Flüssigseife aus dem Spender unter fließendem Wasser statt. Die Trocknung erfolgt per Einweghandtuch. Bei Besiedlung der Haut durch Bakterien, Pilze oder Viren wird die sogenannte hygienische Händedesinfektion empfohlen: Hierbei wird das Händedesinfektionsmittel gemäß Einreibe­verfahren CEN/EN 1500 bis zum vollständigen Trocknen verrieben. Die Trocknungszeit nimmt etwa 30 Sekunden in Anspruch. Vor chi­rurgischen Behandlungen und vor der Behandlung von Patienten mit erhöhtem Infektionsrisiko kommt die chirurgische Händedesinfektion zum Tragen. Hierbei werden die Hände und Unterarme bis zum Ell­bogen gereinigt, mit Händedesinfektionslösung benetzt und eingerieben. Während der Einwirkzeit von fünf Minuten werden die Hände und Unterarme feucht gehalten. Außerdem werden Nägel und Falze sorgfältig gebürstet. Ein sehr wichtiger und zu beachtender Aspekt ist, dass die Hände nach jeder Art der Desinfektion vor dem Anziehen von Schutzhandschuhen vollständig luftgetrocknet sein müssen. Das Tragen von Schmuckstücken, Uhren, Ringen etc. wirkt sich hinderlich auf die Händedesinfektion aus und ist deshalb strengstens untersagt.

Damit der Prozess der Händedesinfektion reibungslos vonstatten­gehen kann, ist natürlich ein leicht erreichbarer Handwaschplatz mit fließend warmem und kaltem Wasser notwendig. Der Waschplatz sollte mit hautschonenden Waschmitteln aus Direktspendern, Händedesinfektionsmitteln und Hautpflegeprodukten ausgestattet sein. Einweghandtücher runden die perfekte Ausstattung ab. Zur Pflege der Haut kann anschließend eine geeignete Schutzemulsion verwendet werden, welche sorgfältig zwischen den Fingern, an den Nagelfalzen und auf dem Handrücken verteilt wird.

Unter Beachtung dieser spezifischen Vorgaben sollten Gefahren und Unsicherheiten unter dem Motto „Ich sehe was, was Du nicht siehst ... und das macht krank!“ mustergültig und wirksam behoben sein.

Bilder © Braun Melsungen

Hygienische Händedesinfektion

Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung einer Übertragung von Infektionserregern ist die sorgfältige Händedesinfektion.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Händedesinfektion:

• Kein Schmuck an Händen/Unterarmen
• Kurze abgerundet geschnittene Fingernägel
• Keine Verletzung
• Saubere Nägel

Bei Verschmutzung der Nägel mit weicher, im RDG aufbereiteter Kunststoffbürste oder Einmalnagelbürste reinigen. Die Händedesinfektion sollte per Hebeldruck auf die trockene Haut gegeben werden. Die Menge des benötigten Händedesinfektionsmittels entnehmen Sie
bitte den Herstellerangaben des Produktes.

1. Schritt: Handfläche auf Handfläche.
2. Schritt: Rechte Handfläche über linkem Handrücken und linke Handfläche über rechtem Handrücken.
3. Schritt: Handfläche auf Handfläche mit verschränkten gespreizten Fingern.
4. Schritt: Außenseite der Finger auf gegenüberliegende Handflä­-
chen mit verschränkten Fingern.
5. Schritt: Kreisendes Reiben des linken Daumens in der geschlossenen rechten Handfläche und umgekehrt.
6. Schritt: Kreisendes Reiben hin und her mit geschlossenen Fingerkuppen der rechten Hand in der linken Handfläche und umgekehrt.

Desinfektionsmittel in die hohle, trockene Handfläche geben. Nach dem oben aufgeführten Verfahren das Produkt 30 Sekunden (Her­stellerangaben beachten) in die Hände bis zu den Handgelenken kräftig einreiben. Die Bewegung jedes Schrittes fünfmal durchführen.

Nach Beendigung des 6. Schrittes werden einzelne Schritte bis zur angegebenen Einreibedauer wiederholt. Bei Bedarf erneut Hände­desinfektionsmittel entnehmen. Darauf achten, dass die Hände die gesamte Einreibezeit feucht bleiben. Nehmen Sie sich hierzu die bild­liche Beschreibung von der Firma Braun (siehe Abbildung) in Ihren Unterlagen zur Hand.

 

Die bundesweit angebotenen Hygienekurse mit Iris Wälter-Bergob/Meschede und die QM-Seminare mit Christoph Jäger/Stadthagen waren auch in 2017 erfolgreich und bis auf ganz wenige Ausnahmen ausgebucht. Interessenten für 2018 sollten sich daher rechtzeitig anmelden.

Termine 2018 im Überblick (ePaper)

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Foto: sdecoret – stock.adobe.com
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