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Branchenmeldungen 27.11.2020

Erfolgreicher Kick-Off: DGI-Onlinekongress 2020

Erfolgreicher Kick-Off: DGI-Onlinekongress 2020

Mit anregenden Ideen und viel Input fand am ersten Adventswochenende erfolgreich der DGI-Kongress (Deutsche Gesellschaft für Implantologie e.V.) statt – aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie zum ersten Mal gänzlich online. Das professionelle Format des neuen Event-Centers mit virtuellen Workshops und virtueller Präsenz der Sponsoren beeindruckte die insgesamt 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Die beiden Tagungspräsidenten Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz und Dr. Christian Hammächer präsentierten in elf Themenblöcken alle Facetten der modernen Implantologie. 22 renommierte Referenten, u.a. Dr. Peter Uwe Gehrke, Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas, Priv.-Doz. Dr. Gerhard Iglhaut, Priv.-Doz. Dr. Dr. Eik Schiegnitz und Dr. Philip Leander Keeve, M.Sc., stellten an den beiden Kongresstagen unterschiedlichste Therapieoptionen für vergleichbare klinische Behandlungssituationen vor und diskutierten diese anschließend in Gesprächsrunden.

„Wir wollen bei dieser Tagung zeigen, dass es nicht nur schwarz oder weiß gibt, sondern dass wir unterschiedliche Herangehensweisen haben mit ihren jeweils unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, die aber vielleicht auch zu den jeweiligen Patienten besser passen oder den jeweiligen Ansprüchen und Wünschen der Menschen besser gerecht werden.“, betonte Dr. Christian Hammächer im Vorfeld zum Kongress. Das Themenspektrum reichte von der Materialwahl über verschiedene augmentative Methoden bis hin zu Versorgungskonzepten für teilbezahnte, parodontal vorgeschädigte oder zahnlose Patienten. Der diesjährige DGI-Onlinekongress bot somit, trotz Corona-Pandemie, eine umfassende Informationsmöglichkeit zu allen Teilaspekten der modernen Implantologie und sorgte für einen intensiven Austausch aller Beteiligten.

Den Auftakt des wissenschaftlichen Programms bildete eine in die Thematik einführende Disputatio über die Relevanz der Ästhetik in der Implantologie. Dabei proklamierte Priv.-Doz. Dr. Dietmar Weng live aus Starnberg in seinem Vortrag: „Die Ästhetik ist das A & O.“ Zunächst ging er auf die Definition der Ästhetik ein und grenzte dabei deutlich die Kallistik und die Kosmetik davon ab. Im Anschluss stellte er einzelne Aspekte der Ästhetik in der Zahnmedizin vor. Besonders begünstigend seien hierbei eine keratinisierte sowie dicke rosafarbene Mukosa, vorhandene Papillen, eine natürliche Zahnfarbe sowie das passende Kronen-Wurzel-Verhältnis. Seine Ausführungen belegte er anhand verschiedener Literaturnachweise, bevor er das Fazit zog: „In der Implantologie muss die Ästhetik das A & O sein, weil sonst die Funktion naturgemäß nicht gegeben ist!“. Dagegen hielt Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz, live zugeschaltet aus Wiesbaden, in seinem Vortrag „Für die meisten Patienten geht es um die kaufunktionelle Rehabilitation“ und veranschaulichte dies anhand von vier Thesen und wissenschaftlichen Studien. Resümierend hielt er fest, dass die Form immer der Funktion folgt.

In dem Themenblock der Materialwahl „Metall oder Keramik?“ in der Implantologie und Implantatprothetik boten sich Dr. Frederc Herman und Dr. Peter Uwe Gehrke einen informativen Schlagabtausch. Anhand von Behandlungsfällen folgte Dr. Frederc Herman, live aus Zug/Schweiz zugeschaltet, seinem Statement „Chirurgie und Prothetik: Alles geht in Keramik“ und ging dabei auf die Vorteile, u.a. sehr gute Osseointegration und Adhäsion des Weichgewebes, sowie die positiven gesundheitlichen Aspekte ein. Zudem stelle er wissenschaftliche Studien zu unterschiedlichen keramischen Oberflächen sowie die historische Entwicklung von Keramik (-implantaten) in den Fokus. Abschließend betonte er „Erfolg mit Keramikimplantaten ist auch eine Frage des Behandlungskonzepts, der korrekten Indikationsstellung und Beachtung der möglichen systemspezifischen Limitationen. Ein Eins-zu-Eins-Ersatz der gewohnten Vorgehensweise analog zu Titanimplantaten ist momentan noch nicht möglich.“ Hingegen widmete sich Dr. Peter Uwe Gehrke intensiv dem Werkstoff Titan als Goldstandard. In seinem Vortrag referierte er u.a. über wissenschaftlich fundierten Langzeitstudien zu den Vorteilen der Titan-Verwendung in der Implantologie sowie Prothetik und hob einzelne Aspekte, wie z.B. die Biegedruckfähigkeit, Herstellungsverfahren und den digitalen Workflow, hervor. Sein abschließendes Fazit: „Auch Hybrid-Implantate (Mesostrukturen) können eine akzeptable Alternative darstellen – doch ganz ohne Metall geht es nicht“. In einem informativen Beitrag widmete sich Dr. Paul Schuh, der live aus München zugeschaltet war, dem Thema der Sofortimplantation und diskutierte die Vorteile, Risiken und Erfolgsaussichten. Zudem gab er den Teilnehmern einen Leitfaden für die Planung und Vorgehensweise an die Hand und stellte seine Multi-Layer-Technique sowie zwei Reviews vor. Abschließendes Fazit seines Vortrags: Die Sofortimplanation ist indikationsbedingt. Priv.-Doz. Dr. Gerhard Igelhaut aus Memmingen thematisierte in seinem Vortrag hingegen die Spätimplantation. In einem Vergleich „Sofortimplantation vs. Spätimplantation“ ging der Pastpräsident der DGI auf den Knochenerhalt, die Weichgewebsstabilität sowie Implantatkomplikationen und -verluste ein. Die Sofortimplantation und -versorgung zeigen ein höheres Risiko auf Implantatverluste und -komplikationen sowie Wundheilungsstörungen. Mit zwei Behandlungsbeispielen veranschaulichte er seine Erfahrungen auf diesem Gebiet. Zudem belegte er seine Ausführungen anhand von Metaanalysen und aktuellen wissenschaftlichen Studien.

Am Samstag, dem zweiten Kongresstag, wurden in sechs Themenblöcken weitere spannende Themen präsentiert und diskutiert. Dr. Norbert Grosse aus Wiesbaden führte die zugeschalteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch den ersten Block des Tages mit dem Thema „Versorgung von teilbezahnten und parodontal vorgeschädigten Patienten“, bei dem unterschiedliche Konzepte der festsitzenden und abnehmbaren Versorgung diskutiert wurden. Unter der Moderation von Prof. Dr. Jan-Frederik Güth folgte anschließend der zweite samstägige Themenblock zum Thema "Versorgung von zahnlosen Patienten: Festsitzend oder herausnehmbar?" mit informativen Vorträgen von Dr. Stefan Wentaschek aus Mainz und Prof. Dr. Michael Stimmelmayr aus Cham in Bayern. Hiernach folgten Beiträge zu weiteren spannenden Themen, wie etwa zu verschiedenen lateralen Augmentationstechniken, zur Therapie des vertikalen Kieferkammdefizites sowie zur Frage des optimalen Implantationszeitpunktes bei Jugendlichen.

Dass es nicht immer nur einen einzigen Blick auf eine Thematik geben darf und dass im Namen der Wissenschaft der Streitbarkeit eine besondere Bedeutung zukommen sollte, zeigte auch die Disputatio am Samstagnachmittag: Prof. Dr. James Deschner und Prof. Dr. Stefan Fickl beleuchteten die Frage „Parodontaltherapie oder Implantation?“ von zwei unterschiedlichen Blickwinkeln und diskutierten diese im moderierten und produktiven Zwiegespräch anschließend miteinander – eine einzigartige Gelegenheit zur umfassenden und kontrastiven Fortbildung für die Zuschauenden.

Weitere Informationen zum wegweisenden und erfolgreichen Digitalkongress der DGI am letzten Novemberwochenende sind unter https://dgi-event.de/ zu finden.

Fotos: DGI

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