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Branchenmeldungen 22.10.2020

Zahnarztfehler mit fatalen Folgen: Mehr als 16.000 Euro für Patientin

Zahnarztfehler mit fatalen Folgen: Mehr als 16.000 Euro für Patientin

Bis heute leidet eine Tirolerin an den Folgen eines Behandlungsfehlers. Doch an einer gütlichen Einigung hatte der Arzt kein Interesse. Deshalb gewährte die AK Tirol der Patientin Rechtsschutz für das Verfahren und konnte ihr zu ihrem Recht verhelfen.

Es ging um eine Zahnfüllung, eigentlich eine Routinebehandlung bei abgebrochenen Füllungen, bei der aber eine Patientin so schwere Verletzungen im Mund erlitt, dass sie bis heute unter den Folgen leidet.

Da der Zahnarzt nicht bereit war, die Angelegenheit gütlich zu regeln, hat die AK Tirol in diesem außerordentlichen Beschwerdefall freiwilligen Rechtsschutz für eine Klage gewährt.

Mit Erfolg: Neben 16.571 Euro Schadenersatz muss er bzw. seine Versicherung auch noch die gesamten Prozesskosten (inklusive Sachverständigenkosten) von über 15.000 Euro bezahlen. Und: Er haftet auch für alle zukünftigen nachteiligen Folgen und Schäden aus der Behandlung.

Das war passiert

Beim Anpassen der Füllung geriet der Bohrer bzw. das Schleifinstrument unter die Zunge und verletzte den Mundboden. „Ich habe sofort ein Brennen und ein Taubheitsgefühl gespürt. Dann wurde mir schwindelig“, berichtete die Patientin. Was folgten, waren Schmerzen, ein angeschwollener Zungenboden, Sensibilitätsstörungen, extreme Spannungen und Taubheitsgefühl. Atmen, Sprechen, Essen und Schlucken bereiteten Probleme.

Urteil

Das Gericht stellte im Urteil unter anderem fest, dass ein Zahnarzt bei der Verwendung von (rotierenden) Instrumenten aus fachlicher Sicht stets dafür zu sorgen hat, dass umgebende Weichteile nicht verletzt werden können. Das war nach Ansicht des Gerichts in diesem Fall aber nicht ausreichend der Fall, deshalb haftet der Arzt auch für die dadurch erlittenen Verletzungen der Patientin.

Der Arzt war an einer gütlichen Einigung nicht interessiert und verweigerte auch die Teilnahme am außergerichtlichen Schlichtungsverfahren bei der Zahnärztekammer. Die AK Tirol gewährte freiwilligen Rechtsschutz, das Verfahren konnte letztlich sehr erfolgreich abgeschlossen und für die betroffene Patientin damit die ihr zustehende finanzielle Entschädigung erzielt werden.

Quelle: AK Tirol

Foto Teaserbild: Катерина Семенова – stock.adobe.com

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