Anzeige
Wissenschaft und Forschung 20.02.2020

Orale Infekte: Wie Oliven bald Antibiotika ersetzen könnten

Orale Infekte: Wie Oliven bald Antibiotika ersetzen könnten

Aufgrund steigender Antibiotikaresistenzen kommt die (Zahn-)Medizin nicht umhin, alternative Wirkstoffe zuwege zu bringen. Eine aktuelle Studie scheint nun vielversprechende Ergebnisse in Verbindung mit Oliven und Mastix gefunden zu haben.

Phytoalexine sind natürlich in Pflanzen vorkommende Abwehrstoffe mit antimikrobiellen Eigenschaften. Sie werden bei Infektionen durch Bakterien, Pilze und Viren gebildet, um die Ausbreitung der Mikroorganismen zu verhindern und diese zu eliminieren.

Welche dieser Verbindungen konkret bei oralen Infektionen wirksam sein könnten, hat kürzlich ein europäisches Forscherteam untersucht. Sie prüften diverse Pflanzenextrakte, darunter welche aus Petersilie, Oregano, Salbei und Thymian, auf ihre antimikrobielle Aktivität bei verschiedenen Bakterienarten. Die signifikantesten Ergebnisse im Kampf gegen orale Bakterien kamen beim Olea europaea (Olivenbaum) sowie Pistacia lentiscus (Mastix) zutage.

Aus Oliven extrahierten sie die fünf Verbindungen Oleuropein, Maslinsäure, Hydroxytyrosol, Oleocanthal und Oleacein und aus Mastix 24Z-Isomasticadienolsäure, Oleanolsäure und Oleanonaldehyd, die sie alle gegen zehn repräsentative orale Bakterien einsetzten.

Sie fanden heraus, dass sich die Maslinsäure aus Oliven gegen Streptokokken und anaerobe pathogene Bakterien wie P. gingivalis, F. nucleatum und P. micra am effektvollsten erwies. Die Wirkung der anderen vier Olivenextrakte war weniger stark, aber immer noch signifikant bei P. gingivalis und F. nucleatum. Aus dem Mastixextrakt war die Oleanolsäure die wirksamste Verbindung.

Die Ergebnisse der Studie sind im BMC Complementary and Alternative Medicine erschienen.

Foto: juliasudnitskaya – stock.adobe.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige