Wissenschaft und Forschung 02.01.2026

„Tradition liefert das Fundament, ­moderne Technik die Werkzeuge.“



Bei der 53. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Dentale Technologie e.V. (ADT) im Juni wurde der Beitrag „In der okklusalen Spur bleiben – Im Einklang mit Tradition und Fortschritt“ von ZTM Otto Prandtner zum besten Vortrag 2025 gekürt. Im Kurzinterview schildert er unter anderem, wie entscheidend das Zusammenspiel von Tradition und Innova­tion in der modernen Zahnmedizin ist.

„Tradition liefert das Fundament, ­moderne Technik die Werkzeuge.“

Foto: persönlich

Herr Prandtner, was wollten Sie mit Ihrem Vortrag zeigen?

Die Patientengeschichte von Luis zeigt, wie stark Stress und ein nicht personalisiertes Behandlungskonzept die Gesundheit beeinträchtigen können. Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist multifaktoriell – nur wenn wir traditionelles Wissen mit modernen Methoden verbinden, ­können wir Patient/-innen nachhaltig helfen.

Sie betonen die Bedeutung des Dialogs zwischen bewährtem ­Wissen und moderner Zahnmedizin. Wie gelingt es Ihnen in Ihrer täglichen Arbeit, Tradition und Innovation in Einklang zu bringen?

Tradition liefert das Fundament, moderne Technik die Werkzeuge. Ich kombiniere beides – von der genetisch vererbten Spee-Kurve bis zu ­CAD/CAM und funktioneller Bissregistrierung. Grundlage ist dabei ein Konzept, das sich an der Persönlichkeit und der Gesichtsanalyse des ­Patienten orientiert. So entsteht Zahnersatz, der funktionell überzeugt und zugleich die Individualität des Patienten widerspiegelt.

Welche Impulse nahmen Sie von der diesjährigen ADT-Jahres­tagung in Nürtingen mit in Ihre tägliche Arbeit?

Die Zahnmedizin befindet sich im Umbruch, und gerade die Zusammenarbeit von ADT und der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie e.V. (DGFDT) hat mich beeindruckt. Zudem hat mich be­sonders bewegt, wie meine Ideen zur Dentalen Persönlichkeit© heute ­von der nächsten Generation mit Begeisterung weitergetragen werden.

Bild von einem Quotenzeichen

„Wer ein Konzept hat, das gezielt hilft und zugleich die Persönlichkeit des Patienten widerspiegelt, ist auf der Höhe der Zeit.“

Personalisierte Herangehenweise bei CMD

Der prämierte Vortrag von ZTM Otto Prandtner zeigte auf eindrucksvolle Weise, wie stark Stress die Zahn­gesundheit beeinflussen kann. Am Beispiel des 16-jäh­rigen Luis wurde deutlich, dass schulische und familiäre Belastungen zunächst durch Sport und Bruxismus ­kompensiert wurden.

Nach einer kieferorthopädischen Behandlung jedoch ­verschlechterte sich der Zustand des Patienten: Verspannungen, Zahnverschleiß, ­Tinnitus, Schmerzen, ­soziale Isolation und psychische Belastungen traten auf.

Die Analyse ergab eine CMD mit gestörter Kondylen­bewegung und transversaler Fehlstellung. Mithilfe einer biodynamischen Schienentherapie – auf Basis computergestützter Funktionsdiagnostik (DMD) und individueller Artikulatorprogrammierung – konnte die Kondylusposition korrigiert und eine funktionelle Balance wiederhergestellt werden. Luis’ Geschichte verdeutlicht: ­

CMD erfordert eine ganzheitliche Herangehensweise, die Stressbewältigung, präzise Diagnostik und funktionelle ­Therapie vereint. Dieser funktionelle Wegbereiter bildet ­zugleich die Grundlage für die Dentale Persön­lichkeit© – um der Individualität und Ästhetik des Patienten, trotz abrasionsgeschädigter Frontzähne, wieder Ausdruck zu verleihen.

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ZWL Zahntechnik Wirtschaft Labor 06/25

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Dieser Beitrag ist in der ZWL Zahnarzt Wirtschaft Labor erschienen.

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