Anzeige
Wissenschaft und Forschung 09.04.2019

Warnsignale bei Bulimie – mehr als nur Zahnerosionen

Warnsignale bei Bulimie – mehr als nur Zahnerosionen

Menschen mit Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimie fügen nicht nur ihrem Körper, sondern ebenso ihren Zähnen erheblichen Schaden zu. Zahnerosionen sind sicher das auffälligste Symptom – Zahnärzte können jedoch auch auf andere Zeichen achten.

Dass das wiederholt herbeigeführte Erbrechen bei Bulimie durch die Magensäure seine Spuren im Mundraum hinterlässt, ist bekannt. Unter anderem verlieren Zähne mit der Zeit ihre Struktur, werden glatt und die Inzisalkanten wirken durchscheinend. Zudem zeichnet sich ein stärker werdender Kontrast zwischen Zähnen und Restaurationen ab, da Kronen oder Brücken von den Zahnerosionen weitestgehend unberührt bleiben.

Als eine Art der Kompensation – allerdings mit zusätzlichem Negativeffekt – zeigen Menschen mit bulimischer Erkrankung oftmals ein übermäßiges Mundhygieneverhalten, wie dentistry.co.uk berichtete. So werden durch zu hartes Putzen die Zahnoberflächen doppelt überbeansprucht. Flache Kauflächen, scharfe, abgebrochene Frontzähne, weniger weiß wirkende Zähne oder gebrochene Restaurationen können ebenfalls Warnsignale für Zahnärzte sein.

Deuten verschiedene Zeichen auf eine Essstörung hin, muss das Praxisteam äußerst behutsam umgehen. Betroffene empfinden vor allem Scham und sind Meister darin, ihr Geheimnis zu wahren. Das Wichtigste ist, vorbeugende Maßnahmen zu besprechen und zu ergreifen, um die Zähne so gut es geht zu erhalten. Angefangen bei der Anleitung einer schonenderen Putztechnik über das „richtige“ Verhalten nach dem Erbrechen bis hin zu Empfehlung von Fluorid-Produkten (Gel, Spülung, Zahnpasta) oder Mineralpräparaten, um die Säure im Mund zu neutralisieren.

Foto: Monkey Business – stock.adobe.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige