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Wissenschaft und Forschung 10.09.2020

Wie wirksam sind Kortikosteroide bei oralem Lichen planus?

Wie wirksam sind Kortikosteroide bei oralem Lichen planus?

Die durch den oralen Lichen planus (OLP) hervorgerufenen Effloreszenzen an der Mundschleimhaut sind vor allem eines: extrem schmerzhaft. Dem gilt es therapeutisch entgegenzuwirken. Forscher prüften, wie effektiv hierbei Kortikosteroide sind.

Bei OLP handelt es sich um eine chronische T-zellvermittelte mukokutane Autoimmunerkrankung, die besonders häufig bei Frauen zwischen 30 und 60 Jahren auftritt. Eine Heilung gibt es nicht, die Therapie zielt lediglich auf die Linderung der Symptomatik, insbesondere der Schmerzen. Derzeit sind Kortikosteroide das Mittel der Wahl.

Ob zu Recht oder nur ob Mangel wirksamer Alternativen, überprüften Forscher von Cochrane Oral Health. Mit der Suche in verschiedenen Datenbanken wurden 25 Studien ermittelt, die insgesamt Daten von 1.474 Teilnehmern einschlossen. Gegenstand dieser Studien waren diverse Arten von Kortikosteroiden, denen andere Mittel oder auch Placebos gegenüberstellt wurden. Unter anderem waren Vergleiche von Kortikosteroiden mit topischen Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus) dabei. Die Behandlungsdauer variierte zwischen einer Woche und sechs Monaten.

Die Ergebnisse der Überprüfung sind recht schwach und nicht konsistent, nicht zuletzt wegen des recht hohen Verzerrungspotenzial vieler Studien. Lediglich zwei Artikel belegten eine wirksame topische Behandlung mit Kortikosteroiden in Form einer klebrigen Salbe. Andere Studien wiederum zeigten eine kleine Überlegenheit von Tacrolimus – allerdings mit höherem Risiko für Nebenwirkungen.

Das im Cochrane veröffentlichte Review macht deutlich, dass noch starker Forschungsbedarf in diesem Bereich vorherrscht.

Foto Teaserbild: SHOTPRIME STUDIO – stock.adobe.com

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