Anzeige
Wissenschaft und Forschung 24.03.2020

Raucher: Höheres Risiko für schwere Corona-Infektion

Raucher: Höheres Risiko für schwere Corona-Infektion

Das Coronavirus ist eine Lungenerkrankung – da liegt die Vermutung nahe, dass Raucher, Dampfer oder Konsumenten von Marihuana stärker gefährdet seien als Nichtraucher. Erste Studien deuten ebenfalls daraufhin.

Derzeit fehlt es noch an groß angelegten, umfassenden Studien, die sich mit dieser Problematik befassen. Dennoch weisen Experten darauf hin, dass Raucher einem höheren Risiko ausgesetzt sind, wenn es zu einer Infektion mit dem COVID-19 kommt. So ist unumstritten, dass das Rauchen Einfluss auf die Atemwege und das Lungengewebe nimmt. Zudem stehen Rauchen und Dampfen mit einer verminderten Immunfunktion sowie mit Lungenentzündungen in Verbindung.

In Bezug auf das Coronavirus scheint das Risiko für einen akuteren Verlauf und einen verlangsamten Genesungsprozess sehr wahrscheinlich, wie scientificamerican.com berichtete. Eine aktuelle Studie mit 78 Corona-Patienten, die im Chinese Medical Journal veröffentlicht wurde, liefert erste Hinweise. So kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass Patienten mit einer Rauchervorgeschichte ein 14-mal höheres Risiko für eine Lungenentzündung aufwiesen als Nichtraucher. Einer weiteren Studie zufolge, zu der es einen ersten Vordruck im medRxiv gab, wurden mehr infizierte Männer als Frauen in Kliniken eingewiesen. Die Wissenschaftler sehen auch hier einen Zusammenhang, da in China mehr Männer als Frauen Nikotin konsumieren.

Die Erkenntnisse sind noch sehr vage und weitere Studien in jedem Fall vonnöten, um solche Hinweise zu manifestieren. Zudem muss geklärt werden, welche Rolle das ACE2 (Angiotensin-konvertierendes Enzym-2) spielt und ob es wirklich als Rezeptor, sprich als Eintrittspforte, für das Virus fungiert.

Foto Teaserbild: TikoGaspario – stock.adobe.com

Mehr News aus Wissenschaft und Forschung

ePaper

Anzeige