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Praxismanagement 04.12.2018

Praxisabgabe: Zahnärzte wünschen sich professionelle Unterstützung

Praxisabgabe: Zahnärzte wünschen sich professionelle Unterstützung

Gut ein Drittel der niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Apotheker erwartet einen großen Organisationsaufwand bei der Praxis- oder Apothekenabgabe. Vor allem Zahnärzte wünschen sich dabei persönliche Beratung oder möchten sich bei der Abwicklung weitestgehend auf Experten verlassen (63 Prozent). Das ergab eine aktuelle Umfrage der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) unter den niedergelassenen Heilberuflern.

„Als Bank der Ärzte und Apotheker stehen wir für unsere Kunden in jeder beruflichen Phase mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der apoBank. „Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Umfrage verstärken wir gerade unser Beratungsangebot für die Praxis und Apothekeninhaber, die kurz vor dem Ruhestand stehen. Ein erster Einstieg in das Thema könnte das neue Portal der apoBank „Abgeben heißt loslegen!“ sein. Hier können Ärzte, Zahnärzte und Apotheker von anderen Erfahrungsberichten profitieren, einem Praxisabgeber direkt Fragen stellen oder testen, welche Beratungsform zu ihnen passt.“

Die größte Hürde: Nachfolgersuche

Der Trend zur Anstellung bei der nachrückenden Generation der Heilberufler hält weiter an. Entsprechend besorgt blicken 55 Prozent auf die Abgabe ihrer Praxis oder Apotheke. Die größte Befürchtung von 58 Prozent der Befragten ist, keinen geeigneten Nachfolger zu finden. 42 Prozent befürchten, nicht genügend Ertrag mit dem Verkauf der Praxis oder Apotheke zu erzielen.

„Entscheidend ist, rechtzeitig mit der Nachfolgersuche anzufangen“, empfiehlt Daniel Zehnich, „Unterstützung gibt es bei Standesorganisationen, bei auf den Gesundheitsmarkt spezialisierten Beratern der apoBank oder über die Praxis- und Apothekenbörsen im Internet. Aus Erfahrung wissen wir auch, dass die monetären Vorstellungen oder Wünsche der Abgeber nicht immer der Marktsituation vor Ort entsprechen. Doch mit professioneller Unterstützung lässt sich der Wert der Praxis oder der Apotheker schätzen, der dann als Orientierungsgröße dienen kann.“

Wichtiges Ziel: Das Lebenswerk in guten Händen zu wissen

Zu den wichtigsten Zielen bei der Abgabe zählt für 48 Prozent der Befragten, einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Fast genauso häufig (bei 45 Prozent) wünschen sich die Inhaber, die Praxis beziehungsweise Apotheke in gute Hände abzugeben. Aber auch möglichst wenig Aufwand bei der Abwicklung der Übergabe, ist - insbesondere für viele Zahnärzte und Apotheker (jeweils 42 Prozent) - von hoher Bedeutung. 14 Prozent der befragten Ärzte und 10 Prozent der Zahnärzte haben vor, die Praxis an einen Familienmitglied zu übergeben.

Häufiger Wunsch: sukzessiver Übergang in den Ruhestand

Vor allem Ärzte (20 Prozent) befürchten, dass sie nach der Praxisabgabe die Arbeit vermissen werden und sich nicht mehr gebraucht fühlen. Entsprechend wünschen viele der befragten Ärzte (46 Prozent) keinen abrupten Wechsel in den Ruhestand, sondern eine Übergangslösung mit einem reduzierten Arbeitszeitpensum. Unter den Zahnärzten möchten das 38 Prozent, bei Apothekern 26 Prozent.

„Den Wunsch nach einem sukzessiven Übergang in den Ruhestand äußern unsere Kunden häufig“, sagt Zehnich „Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder bleibt man noch eine Zeit lang Chef in Teilzeit und holt sich einen angestellten Arzt beziehungsweise Zahnarzt in die Praxis, oder man übergibt die Praxis und vereinbart eine Anstellung mit reduzierter Arbeitszeit. Die zweite Variante kann allerdings etwas problematischer sein, denn der Rollenwechsel vom Praxisinhaber zum Angestellten bedeutet auch weniger Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum zugunsten des neuen Inhabers. Hier kommt es also vor allem darauf an, wie gut man loslassen kann, nicht als Arzt, sondern als Vorgesetzter.“

Nichtärztliche Investoren sind für die Mehrheit der Praxisinhaber eine Option

Ärzte und Zahnärzte haben auch die Möglichkeit, ihre Praxen an nichtärztliche Investoren zu verkaufen. Indem sie ihre Zulassung in MVZ-Einrichtungen einbringen, können sie noch eine Zeit lang dort als Angestellte weiterarbeiten, gegebenenfalls mit geringerem Arbeitspensum. 16 Prozent der Ärzte und 23 Prozent der Zahnärzte lehnen den Verkauf an heilberufsfremde Einrichtungen ab, doch die Mehrheit wäre dazu bereit.

„An dieser Stelle kommen zwei Interessenlager zusammen: Auf der einen Seite die Investoren, die den Gesundheitsmarkt als Wachstumsmarkt sehen. Auf der anderen Seite die Heilberufler, die einen guten Preis für ihre Praxis erzielen möchten und mit zunehmendem Alter auch häufig die eigene Arbeitszeit reduzieren wollen, was ihnen über die Anstellung im MVZ ermöglicht wird", so Zehnich.

Grafiken: Umfrage zu Praxis- und Apothekenabgabe 2018

Methodik

Online-Befragung im DocCheck Healthcare Panel auf Basis einer Zufallsauswahl
Stichprobe: 150 Befragte, davon 50 Ärzte, 50 Zahnärzte und 50 Apotheker ab 50 Jahre

Quelle: apoBank

Foto: jeremias münch – stock.adobe.com
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