Anzeige
Branchenmeldungen 19.03.2018

Implantologie der Zukunft – Evidenz trifft Innovation

Dr. Georg Bach
E-Mail:
Implantologie der Zukunft – Evidenz trifft Innovation

Am 16. und 17. März 2018 fand der Deutsche ITI Kongress in Bonn statt.

Wurden Deutsche ITI Kongresse und die Stadt Köln bis 2015 quasi synonym geführt, brach die Deutsche Sektion mit dieser Tradition und wählte Dresden als Veranstaltungsort. Der aktuelle Kongress fand am dritten Märzwochenende nun in Bonn statt – quasi ein Wechsel von der Sachsenmetropole Dresden in die ehemalige Bundeshauptstadt!

Eine bezaubernde Altstadt in direkter Nachbarschaft zu dem neuen beeindruckenden Kongresszentrum, ein facettenreiches Programm mit namhaften Referenten und eine tadellose Organisation – zweifellos: Der Weg nach Bonn hat sich gelohnt! Dies sahen auch gut 800 Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer so und bescherten den Veranstaltern eine überaus erfreuliche Resonanz.

Die wissenschaftliche Leitung des Kongresses oblag dem wissenschaftlichen Komitee um Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz , der auch Chairman der Deutschen ITI Sektion ist. Diese hat sich nicht nur zu einer der größten weltweit gemausert, sondern ist auch inhaltlich und personell hervorragend aufgestellt.

Beredtes Zeichen dieser positiven Entwicklung: Den hohen Stellenwert, den die Deutsche Sektion im globalen Netzwerk ITI genießt, betonte der eigens zum Kongress angereiste ITI Präsident, Dr. Stephen T. Chen, der im Rahmen der Pressekonferenz ausführte: „Die ITI Sektion Deutschland ist eine der am besten aufgestellten, und mit ihrer Arbeit und ihren neu entwickelten Formaten tonangebend in unserer globalen Fachgesellschaft!“ Besondere Erwähnung fanden hier das Deutsche ITI Curriculum, welches nun als Blaupause für das internationale dienen wird, sowie das von der Deutschen Sektion konzipierte Online-Symposium „ITI kontrovers“.

Forum Markt und Strategie und Innovationsforum

Im direkten Vorfeld des Kongresses fanden gleich zwei viel beachtete Foren statt, zum einen am Kongressvorabend das vornehmlich von ITI Industriepartner Straumann gestaltete Forum Markt und Strategie und dann am Vormittag des ersten Kongresstages das Innovationsforum der Industrie, in welchem namhafte Referentinnen und Referenten den Blick auf implantologische Zukunftsthemen legten.

Im Mittelpunkt des erstmals gestalteten Forums Markt und Strategie standen die Darstellung der gravierenden Veränderungen auf dem implantologischen Markt und die daraus resultierenden Veränderungen, dann aber auch die Würdigung der einmaligen, symbiotischen Beziehung zwischen dem Internationalen Team für Implantologie und dessen Industriepartner Straumann. Alle Referenten des spannenden Vortragsnachmittags betonten die fruchtbare und wichtige Zusammenarbeit beider Partner zu deren gegenseitigem Nutzen bei gleichzeitiger Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Fachgesellschaft ITI. Treffender als Straumann Deutschland Geschäftsführer Holger Haderer konnte man es nicht formulieren: ITI und Straumann, das ist eine Beziehung wie eine langjährige Ehe – in der Regel eitel Sonnenschein, aber ab und zu gibt es Spannungen und man setzt sich zusammen, löst das Problem und geht gestärkt in der Beziehung weiter einen erfolgreichen Weg!

Das Innovationsforum der Industrie widmete sich der minimalinvasiven Sinuslift-OP nach dem Jeder-Konzept; Industriepartner Pluradent steuerte einen Beitrag zum Praxisrelaunch bei, und ITI-Partner Straumann fokussierte auf den digitalen Wandel in der Zahnmedizin und griff hier die Bereiche Bildgebung und Symbiose zwischen dentaler Chirurgie und Dentallabor heraus.

Impressionen des ITI Kongresses 2018

Der besondere Vortrag

Grandios der Kongressauftakt: Im ehemaligen Wasserwerk, das dereinst als Plenarsaal des Deutschen Bundestages diente, konnte Professor Kleinheinz die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen und „unter der fetten Henne“ (liebebevoller Spitzname für den imposanten Bundesadler) den Kongress eröffnen. Da wehte der von dem jüngst verstorbenen Altkanzler Kohl oft beschworene „Mantel der Geschichte“, als so mancher Teilnehmer auf seinem Sitzplatz das Namensschild eines früheren Bundesministers fand.

Kongresspräsident Prof. Dr. Dr. Johannes Kleinheinz war es gelungen, für den „besonderen Vortrag“ einen wahrhaft besonderen Referenten zu gewinnen.

Mit Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen aus Freiburg im Breisgau sprach einer der bekanntesten und versiertesten Referenten zum Generationenvertrag – lustig, unterhaltsam und dennoch brutal-ehrlich zugleich! Raffelhüschen stellte klar, dass künftige Beitragszahlergenerationen sehr wohl bereit sein werden, den gleichen Beitrag in die Sozialsysteme einzubezahlen wie die momentane „Baby-Boomer-Generation“, aber eben nicht mehr! Die aus der geringen Reproduktionsrate der Baby-Boomer resultierende kommende Deckungslücke in den Sozialkassen sieht der Freiburger Hochschullehrer bei einem Wert, der dem doppelten jährlichen Bruttosozialprodukts Deutschlands entspricht! Hier definiert er nur einen Ausweg – eine radikale Umkehr im Konzept der Krankenversicherung, weg vom einkommensbezogenen, hin zu einem steuerunterstützten Prämienmodell und unter Herausnahme zahnmedizinischer Leistungen aus der GKV.

Chirurgie

Mit Priv.-Doz. Dr. Arndt Happe ergriff einer der renommiertesten Parodontologen und Implantologen Deutschlands das Mikrofon und eröffnete den Vortragsreigen der ersten Session. „Schlüsselfaktoren für den Erfolg in der ästhetischen Zone“, dies sein Thema. Happe definierte die korrekte dreidimensionale Position des Implantates, eine adäquate Knochenarchitektur und stabiles Knochenvolumen und das biologische Siegel (Weichgewebe) als unabdingbare Voraussetzungen für das Erzielen eines ästhetisch zufriedenstellenden Ergebnisses. Erhebliches Verbesserungspotenzial sieht Happe bei der Implantatfreilegung, hier empfiehlt er die Split-Finger-Technik nach Misch.

Ebenfalls komplexen ästhetischen Anforderungen widmete der in Würzburg niedergelassene Prof. Dr. Stefan Fickl seine Ausführungen und fragte: „Die ästhetisch kritische Zone – Sofortimplantate oder verzögerte Verfahren?“ Gleich zu Beginn seiner Ausführungen stellte Fickl klar: „Die Herausforderungen für eine Sofortimplantation bezüglich Knochen und Weichgewebe müssen besser gegeben sein als bei einem natürlichen Zahn, wenn Sie mit einer Restauration ein stabiles und ästhetisch zufriedenstellendes Ergebnis erzielen wollen; dies bedingt eine strikte Fallselektion – „im Zweifelsfalle eher verzögert!“ Findet diese Erkenntnis Beachtung, dann sieht der Würzburger Parodontologe in der Sofortimplantation ganz erhebliche Vorteile, dies ebenso unter betriebswirtschaftlichen Aspekten! Sofortimplantation ist ein einfaches und wirtschaftliches Verfahren, so das Fazit Fickls.

Der amtierende ITI-Präsident Dr. Stephen T. Chen ließ es sich nicht nehmen, einen Beitrag zum wissenschaftlichen Programm beizusteuern; der ITI-Weltpräsident sprach über „post extraction ridge alteration“. Untersuchungen zum Heilungsverhalten nach Extraktion stellten den Auftakt des Melbourner Implantologen dar, vor allem der Verlust der bukkalen Lamelle in den ersten drei Monaten nach Zahnverlust sei eine der größten Herausforderungen. Eine Voraussage, ob die Alveole intakt bleibt oder sich eine Dehiszenz ausbildet, ist nicht möglich, was die Entscheidungsfindung nicht erleichtere, so Chen. Die kritische Zeit indes, ab der erhebliche horizontale und vertikale Knochenverluste nach Extraktion wahrscheinlich werden, konnte ITI-Präsident Chen eindeutig definieren – die Zwei-Monats-Marke! Klare Take-Home-Message Chens: Lassen Sie nicht mehr als zwei Monate nach Extraktion verstreichen, bevor Sie mit der Insertion der zahnersetzenden Implantate starten!

Kaum ein Wissenschaftler hat das Internationale Team für Orale Implantologie derart beeinflußt wie Prof. Dr. Dr. Dieter Weingart (Stuttgart), der u. a. auch viele Jahre Präsident des ITI war. Aus diesen guten dreieinhalb Jahrzehnten hervorragender Wissenschaft konnte der ITI-Past Präsident ein schier nicht enden wollendes Feuerwerk wissenschaftlicher Daten und Falldokumentationen abfeuern, in dem das Problemfeld „Implantatverlust mit Defektsituation: Erneute Implantation oder Alternativtherapie“ hinterfragte. Ehrlich das Weingartsche Statement: „Wer hier im Saal sitzt und sagt, dass er keine implantologischen Komplikationen verursacht hat, der hat einfach noch nicht genug implantiert!“ Ausgehend von einer eigenen Untersuchung mit weit über 100 Patienten, bei denen nicht erhaltungswürdige Implantate entfernt wurden, definierte Weingart Rauchen und fehlende Augmentation als Risiken für das Scheitern von Implantaten, was in den meisten Fällen im ersten und dann wieder ab dem sechsten Jahr nach Insertion erfolgte. Der Hauptgrund indes für die Entfernung der künstlichen Zahnpfeiler war das Ausbilden einer Periimplantitis. Immerhin die Hälfte der Patienten entschied sich für eine erneute Implantation trotz der gemachten schlechten Ersterfahrung. Sie nahmen hierfür in der Regel eine aufwendige Augmentation in Kauf, konnten dafür bei guter Compliance auf eine hervorragende Langzeiterfolgsrate zurückgreifen.

„Keramikimplantate – wissenschaftliche Grundlagen und klinische Evidenz“ – keine Frage, ein Vortragsthema, welches Dr. Stefan Röhling (Basel) wie auf den Leib geschnitten war. Der Arbeitsgruppe um Röhling verdanken wir die wesentlichen Arbeiten zu Keramikimplantaten und deren klinischen Einsatz. Röhling wies darauf hin, dass die Diskussion „Keramik versus Titan“ weniger auf der wissenschaftlichen als mehr auf der emotionalen Ebene diskutiert werde. Trotz der zweifelsfrei nachgewiesenen Bewährtheit von Titanimplantaten müssen mit dieser Versorgungsform dennoch Komplikationen verzeichnet werden. Hier sieht der eidgenössische Referent Keramikimplantate im klaren Vorteil, die er als sehr bewährtes Verfahren definierte. Sowohl ein- als auch zweiteilige Implantate aus Zirkonoxid haben wissenschaftlich unter Beweis gestellt, dass mit ihnen zuverlässig und voraussagbar klinische Langzeiterfolge erzielen lassen. Vor allem die Entwicklung neuer, wesentlich rauerer Zirkonoxidimplantatoberflächen hat hier entsprechende Fortschritte ermöglicht; ebenso ist die Wahrscheinlichkeit des Ausbildens einer Periimplantitis wesentlich weniger ausgeprägt.

Vorträge ITI Fellows

Eine Besonderheit Deutscher ITI Kongresse – Fellows referieren zu relevanten Themen der Implantologie. Die Resonanz auf diesen „Fellow-Block“, wie er intern genannt wird, war bereits beim letzten ITI Kongress in Köln schlichtweg überwältigend, und so war es auch in Bonn. Wenn man sich die dargestellten Themen vergegenwärtigt, so ist dies auch keineswegs verwunderlich, denn von anatomischen Fallstricken in der Implantologie, über Implantationen bei Knochenangebot mit vestibulärem Defizit, extrem durchmesserreduzierten Implantaten und einem Vergleich Intraoralscan zu Abformung – der Output der ITI Fellows war beeindruckend.

Wichtig für die Kongressteilnehmer – die „Take-Home-Messages“ der vornehmlich in eigener Praxis tätigen ITI Fellows, mit denen alle dem Kongressmotto überaus gerecht wurden: Hier seien besonders erwähnt: Prof. Dr. Werner Götz (Anatom aus Bonn): „Beachten Sie die unglaubliche Variationsbreite des Verlaufs des Unterkiefernervs und des Foramen mentale! Diese können auch ethnisch bedingt variieren und mitunter doppelt und dreifach angelegt sein! Nutzen Sie die neuen bildgebenden Verfahren, die Sie auf die sichere Seite bringen können.

Priv.-Doz. Dr. Dr. Marcus O. Klein (Kieferchirurg aus Düsseldorf): „Im ästhetisch relevanten Bereich ist ein vestibulärer Knochenpuffer von zwei bis drei Millimetern zur Erzielung eines langfristig sicheren Ergebnisses erforderlich! Gegebenenfalls bietet sich auch die Verwendung eines durchmesserreduzierten Implantats an.“

Dr. Dr. Andreas Hentschel (Kieferchirurg aus Zwickau): „Zum Ersatz oberer seitlicher Schneidezähne und zum Ersatz sämtlicher Unterkieferinzisiven mit deren sehr geringen mesiodistalen Dimensionen stellen 2,9 mm-Durchmesser-Implantate eine echte Alternative dar!“

Christian Müller und Urs Volz (beide Zahntechnikermeister) und Dr. Johannes Röckl (Fachzahnarzt für Kieferorthopädie und Oralchirurgie): „Digitale Techniken sind in der Zahnmedizin und Zahntechnik längst Alltag – Es ist lediglich eine Frage, an welcher Stelle man einsteigt! Diese Entscheidungsfindung kann nur individuell erfolgen!“

Young ITI Vorträge

Young ITI – eine Erfolgsgeschichte der Deutschen ITI Sektion! Nicht nur, dass bereits zehn Young ITI Symposien stattgefunden haben, auf denen frisch, unkonventionell und mitunter auch kontrovers diskutiert wurde und ganz aktuelle Forschungsergebnisse junger Nachwuchswissenschaftler dargestellt wurden, nein – es hat sich auch eine überaus aktive Young ITI Gruppe gebildet, welche überaus erfolgreich „netzwerkt“. Aus dieser Gruppierung heraus berichteten Dr. Kai Fischer („Weichgewebsmanagement“) und Priv.-Doz. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, MA („allogener Knochenersatz“) über ihre Forschungsgebiete und präsentierten interessante Ergebnisse. Beide Referenten legten ihren Schwerpunkt auf allogene Materialien, hier stellte Fischer die dermale Matrix als Alternative zum Bindegewebstransplantat und Kämmerer den allogenen Knochen als echte Alternative zu Knochenersatzmaterialien und als hochwertige Alternative zum autologen Knochen umfassend dar. Beide würdigten diese Biomaterialien.

Weichgewebe & Prothetik

Mehr und mehr rückt der implantologische Fokus auf das Weichgewebe – dieser Entwicklung wurde der 9. Deutsche ITI Kongress in Form einer eigenen Session zu diesem Themengebiet gerecht. Dr. Jochen Tunkel berichtete über „indikationsbezogene Techniken“ in der Weichgewebschirurgie, und Prof. Dr. Adrian Kasaj maß den Weichgewebe-Ersatzmaterialien hohe Wertigkeit in der Plastisch-Ästhetischen Parodontalchirurgie zu.

Zuvor stellte Priv.-Doz. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer seine Forschungsergebnisse vor, mit der der Mainzer Kieferchirurg den Posterpreis gewonnen hatte. Dem Fortbildungsreferenten der Deutschen ITI Sektion, Univ.-Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas , war es vorbehalten, einen kurzen Überblick über das einzigartige, globale Netzwerk ITI zu geben.

„Versorgungskonzepte im zahnlosen Kiefer (OK und UK) – fürwahr ein sehr anspruchsvolles Thema, das sich Dr. Barbara Michel und Priv.-Doz. Dr. Dr. Christian Naujoks vorgenommen hatten. Hier lag den Referenten unter anderem die Würdigung des Versorgungskonzeptes eines festsitzenden Zahnersatzes auf vier Implantaten, wobei die distalen sehr anguliert inseriert werden, am Herzen. Auf welchem hohen Niveau sich die heutige Implantalogie befindet und welche unglaublichen Optionen verfügbar sind, diese Fragen klärte Frau Prof. Dr. Irena Sailer (Genf) in ihrem fulminanten Vortrag: „Welches Material in welcher Situation?“

Das Streitgespräch

Ebenfalls ein in der Deutschen ITI Sektion entwickeltes Format, wenn auch in letzter Zeit in mehr oder weniger abgewandelter Form bei dem einen oder anderen Fachkongress wiederzufinden – das Streitgespräch! Auch wenn das diesjährige Thema „Keramikimplantate“ noch vor wenigen Jahren vermutlich zu einem echten kollegialen Streit hätte führen können, ging es den Diskutanten dieses Jahr weniger um die Kontroverse als vielmehr um die Darstellung der individuellen Vor- und Nachteile der jeweiligen Versorgungsphilosophie.

Und dies gelang – unter der souveränen Moderation von Prof. Dr. Dr. Andreas Schlegel – salomonisch auch das Fazit dieser interessanten Diskussionsrunde: Sowohl Keramik- als auch Titanimplantate haben ihre Berechtigung seit Längerem unter Beweis gestellt, so fußt die heutige Wahl des Implantatmaterials längst nicht mehr auf einer „implantatphilosophischen“ Fragestellung, sondern eher auf der Lokalisation des geplanten Implantats (Front- oder Seitenzahnbereich), bzw. auf patientenspezifischen Gegebenheiten.

Der vor wenigen Wochen frisch habilitierte Münchener Implantologe Dr. Michael Gahlert vertrat – wen wunderts – die Position des uneingeschränkten Befürworters von Zirkonoxidimplantaten. Der rührigen Arbeitsgruppe Gahlert-Röhling sind auch wesentliche Arbeiten zu verdanken, die die Einführung dieses Materials in die Implantologie auf evidenzbasierter Basis ermöglicht haben, und so kann man Gahlert mit Fug und Recht als „Zirkonoxid-Maniac“ im besten positiven Sinne bezeichnen. Die Position des Advocatus Diaboli nahm indes der Wiesbadener Kieferchirurg Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz ein. Grötz wies darauf hin, dass bei aller Begeisterung für dieses neue Material und seiner Optionen auf vielen Gebieten noch Grundlagenforschungen erforderlich sind und auch die Erarbeitung von Leitlinien geboten seien.

Programm für Zahntechniker

Eine Intensivierung und Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Zahntechnikern und Zahnärzten ist seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen des ITI. In dieser wichtigen ITI-Tradition stehend, wurde die Zusammenarbeit mit den Zahntechnikern intensiviert, was beim diesjährigen ITI Kongress erneut zu einem Parallelprogramm für Zahntechniker und zu gemeinsamen Podien für Zahnärzte und Zahntechniker geführt hat. „Die Schnittstelle Zahntechnik – Zahnmedizin muß mit Leben erfüllt werden!“, so der langjährige ITI Fellow ZTM Thomas Lassen, der neben ZTM Andreas Kunz auch Chairman einer Session für Zahntechniker war. So verwundert es nicht, dass Zahntechnikerinnen und Zahntechniker nicht nur ausdrücklich zu dem Deutschen ITI Kongress eingeladen wurden, sondern auch ein eigenes Programm für sie eingerichtet wurde. Und es war dann schon ein wenig das „Who's who“ der deutschen Spitzenzahntechniker, welches Beiträge zu diesem Parallelprogramm für Zahntechniker beisteuerte. Ob ZTM Andreas Kunz, Martin Gollner, Stefan Picha, Kay Vietor, Vincent Fehmer oder Thomas Lassen – es waren durchweg überaus namhafte Referenten, die die Fallen und Chancen der Implantatprothetik darlegten.

Lebhafte und engagierte Diskussion zeigten, wie sehr alle Referenten mit ihren Ausführungen die Bedürfnisse des Auditoriums erfüllt haben. Vor allem die Ehrlichkeit der Referenten überzeugte, wenn ein renommierter Referent wie ZTM Andreas Kunz einräumte: „Wenn Sie genug in Ihrem Labor zu tun haben, dann ist die Verkürzung der Anfertigungszeiten durch Verwendung digitaler Verfahren weder immer möglich noch relevant!“

Foto: Dr. Georg Bach
Mehr News aus Branchenmeldungen

ePaper

Anzeige