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Wissenschaft und Forschung 28.05.2020

Zahnlosigkeit im Alter sinkt bis 2030 auf 4,2 Prozent

Zahnlosigkeit im Alter sinkt bis 2030 auf 4,2 Prozent

Zahnlosigkeit gilt als wichtiger Indikator, sozusagen als Spiegel der Mundgesundheit der Bevölkerung. Eine aktuelle Studie liefert erstmals Langzeitdaten über mehrere Jahrzehnte und bildet so den bundesweiten Trend der vergangenen und zukünftigen Jahre bezüglich Zahnlosigkeit ab.

Demzufolge ist eine kontinuierliche und sehr deutliche Abnahme der Prävalenz von Zahnlosigkeit der vergangenen 17 Jahre zu verzeichnen. Dieser Abwärtstrend soll sich den Prognosen der Wissenschaftler zufolge auch in den kommenden Jahren fortsetzen. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der zahnlosen Menschen zwischen 65 und 74 Jahren in Deutschland um ca. Zweidrittel auf 4,2 Prozent reduzieren. Damit sollen nur noch rund 900.000 der Deutschen von Zahnlosigkeit betroffen sein.

Das deutsch-schweizerische Forscherteam zog für seine Analyse Daten der Deutschen Mundgesundheitsstudien (DMG) – multizentrische, bundesweit repräsentative Querschnittstudien – aus den Jahren 1997, 2005 und 2016 heran. Insgesamt konnten so zahnmedizinische Daten von knapp 3.500 Senioren mit Angaben zu deren Geschlecht, Alter, Bildungsgrad sowie Tabakkonsum in die Auswertung einfließen.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Prävalenz der Zahnlosigkeit zwischen 1997 und 2014 von knapp einem Viertel auf 12 Prozent sank, wobei die größten Effekte nach 2005 zu verzeichnen waren (2005 waren es noch 22 Prozent). Die Analyse zeigte zudem, dass Zahnlosigkeit häufiger im Oberkiefer auftritt und Frauen sowie Menschen mit niedrigem Bildungsniveau häufiger betroffen sind. Zudem ist das Risiko bei (ehemaligen) Rauchern um ein 2,6-Faches erhöht.

Die Studie wurde im Journal Clinical Oral Investigations veröffentlicht.

Foto Teaserbild:  Jeanette Dietl – stockadobe.com

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