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Branchenmeldungen 02.10.2018

Digitaler Workflow beim PEERS-Jahrestreffen

Digitaler Workflow beim PEERS-Jahrestreffen

Zum neunten Mal fand das PEERS-Jahrestreffen in Berlin statt. Die Veranstaltung unter dem Motto „Exzellenz und Effizienz durch Wissen“ bot einen Einblick in den Status quo des digitalen Workflows. Auch die im Rahmen der PEERS-Förderpreise eingereichten Arbeiten widmeten sich der Dokumentation verschiedener neuer Ansätze in Klinik und Praxis.

Der jährliche Kongress des Expertennetzwerks PEERS (Platform for Exchange of Experience, Research and Science) wurde am 21. September mit den beiden Vorträgen der Tropenmediziner Prof. Roland Garve und Prof. Christian Meyer eröffnet. Beide versetzten die Teilnehmer mit ihren eindrucksvollen Bildern in ferne Länder mit ihren einzigartigen Sitten und Ritualen und gaben einen Überblick über tropische Infektionskrankheiten. Auch in den heimischen Praxen werden aufgrund der Migration einige unbekannte Raritäten auftauchen, für die beide Referenten mit ihren Vorträgen sensibilisiert haben.

Innovationsforum mit aktuellen Studienergebnissen

Im Rahmen des „Innovationsforums“ stellten renommierte Referenten aktuelle Studienergebnisse zu unterschiedlichen Fragestellungen vor. Dr. Paul Weigl und Dr. Mischa Krebs betonten in ihrem Vortrag „Sofort versorgte Einzelzahnimplantate: Free-Hand mit Cerec versus Guided mit präfabrizierter Prothetik“, dass individuelle CAD/CAM-Abutments den Goldstandard in der Implantatprothetik darstellen. Sie stellten zwei Möglichkeiten der Sofortversorgung vor. Zum einen die virtuelle Implantat-Planung mittels DVT, Verwendung von Bohrschablonen und präfabrizierten Abutments, Provisorien und Gerüsten, die schon vor der Implantation in die Praxis geliefert werden. Zum anderen das Scannen der Implantatposition nach konventioneller Implantation und der Chairside-Fertigung eines Hybridabutments und der provisorischen Krone zur direkten Eingliederung.

Die digitale Zahnmedizin eröffnet vollkommen neue Möglichkeiten der Konstruktion der Okklusionsflächen. Hierbei spielt die Reduktion der Spannungseinleitung in das prothetische Gerüst über die Kaufläche durch eine funktionsgerechte Gestaltung eine große Rolle. Dies hob Prof. Walter Lückerath in seinem Beitrag „Die digitale Zukunft der Okklusion“ ausdrücklich hervor.

Priv.-Doz. Robert Nölken zeigte in seinem Beitrag „Der Einfluss von Implantatposition, Implantatachse und Bindegewebsaugmentation auf die periimplantären Hart- und Weichgewebsdimensionen bei Sofortimplantaten in der ästhetischen Zone“, dass Sofortimplantationen auch bei einem Defekt der fazialen Knochenlamelle und/oder einer Rezession vorhersagbar möglich sind. Der Einfluss von Implantatposition und -angulation sowie der simultanen Knochen- und Bindegewebs-augmentation auf das ästhetische Ergebnis wurde anschaulich dargestellt.

Prof. Sven Reich stellte in seinem Vortrag „Digitaler Workflow – Realität oder Wunschdenken“ anhand klinischer Fälle virtuelle Setups auf Basis intraoraler Abformung, die Verwendung eingescannter Prothesen bis hin zu den unterschiedlichen Optionen der Fertigung von Bohrschablonen vor.

Die Verfahren und Geräte für die intraorale Abformung verfügen über ein großes Potenzial, mittelfristig die klassische Abformung komplett zu ersetzen. Dies stellte Prof. Bernd Wöstmann in seinem Vortrag „Möglichkeiten und Grenzen digitaler und konventioneller Abformverfahren“ heraus. Dabei ging er auf die wesentlichen Erfolgsfaktoren analoger und digitaler Abformtechniken ausführlich ein.

Anschließend fanden fünf Gruppendiskussionen zu den Themen und Vorträgen des Vormittages statt

Nach der Mittagspause sprach im Rahmen der Podiumsdiskussion Prof. Bilal Al-Nawas zum Thema „Update 2018 – was trägt das Implantatsystem zum Weichgewebs- und Knochenerhalt bei?“ Er betonte, dass sich inzwischen stabile konische Innenankopplungen zwischen Implantat und Abutment sowie ein Plattform-Shift bei allen modernen Implantatsystemen durchgesetzt haben. Bauformen der Implantate, die individuelle Weichgewebsdicke, die vertikale Implantatposition sowie der chirurgische Insertionsmodus tragen maßgeblich zum Weichgewebs- und Knochenerhalt bei.

Prof. Torsten Jemt stellte in seinem Beitrag „Factors associated to peri-implantitis and implant failures in routine practice“ die vielfältigen Faktoren vor, die zu peri-implantären Entzündungen und Implantatverlust führen können. Ein besonderes Augenmerk richtete er dabei auf das Alter des Patienten bei Implantatinsertion in Beziehung zu der Anzahl der gesetzten Implantate, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der individuellen Entzündungsanfälligkeit.

Unter dem Titel „Ätiologie und Pathogenese der Periimplantitis – eine kritische Aufarbeitung des Mainstreamdenkens“ stellte Priv.-Doz. Markus Schlee die verschiedenen Definitionen von Periimplantitis vor und gab den Zuhörern einen klaren Entscheidungsbaum für die Therapie dieser Erkrankung mit auf den Weg.

Zum Abschluss der Podiumsdiskussion sprach Prof. Ralph Luthardt zum Thema „Vermeidung der Periimplantitis: Was kann die Prothetik leisten?“. Er zeigte das multifaktorielle Geschehen bei der Entstehung der Periimplantitis auf. Prothetische Maßnahmen zum periimplantären Weichgewebsmanagement sowie die Fragestellung Verschrauben oder Zementieren und der Vorteil der One-Abutment-One-Time-Methodik wurden diskutiert und ihr Einfluss auf den Langzeiterfolg von Implantaten dargestellt. Im Anschluss an die Vorträge des Nachmittages fand eine ausführliche Podiumsdiskussion mit den Referenten statt.

Strahlende Gewinner der PEERS-Förderpreise 2018

Die PEERS-Förderpreise wurden ins Leben gerufen, um Wissenschaftler und wissenschaftlich interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte in ihrer Arbeit zu unterstützen. Initiator der Preise ist das von Dentsply Sirona Implants unterstützte internationale Expertennetzwerk PEERS mit Mitgliedern aus Klinik, Praxis und Zahntechnik.

Alle Preisträger der PEERS-Förderpreise wurden am Abend des 22. September 2018 im Rahmen des PEERS-Jahrestreffens in Berlin bei einer feierlichen Preisverleihung geehrt. Gleichzeitig erhielten alle Autoren die Möglichkeit, kostenlos am wissenschaftlichen Programm dieses Tages teilzunehmen.

Der in Zusammenarbeit mit der Klaus Kanter-Stiftung verliehene Implantat-Prothetik-Preis für die beste Meisterarbeit wurde von ZTM Judith Kropfeld angefertigt und beschäftigte sich mit „Ossal getragene Vollkeramikkrone auf Zirkoniumdioxid-Hybridabutment“. In der Kategorie Fallpräsentation gewann Dr. Anna Winter aus der Prothetik des Uniklinikums Würzburg mit ihrer Arbeit „Individueller CAD/CAM-Steg mit Locator-Einsätzen als Rotationsschutz im stark atrophierten Unterkiefer“‘. Der Preis in der Kategorie Wissenschaftliches Poster ging an Dr. Ole Jung aus der MKG-Chirurgie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf mit seiner Untersuchung „Entwicklung einer bioresorbierbaren magnesiumverstärkten Kollagenmembran zur Verbesserung der Knochenregeneration“. Dr. Tobias Möst aus der MKG-Chirurgie des Universitätsklinikums Erlangen wurde mit seiner Publikation „The influence of different abutment materials on tissue regeneration after surgical treatment of peri-implantitis – a randomized controlled preclinical study“ in dieser Kategorie ausgezeichnet. Der nun im dritten Jahr ausgelobte Preis in der Kategorie Video ging an Dr. Puria Parvini aus der Zahnärztlichen Chirurgie und Implantologie in Frankfurt am Main mit seiner Arbeit „Implantation and immediate restoration region 22 – soft tissue management with CTG“. Die eingereichten Fallpräsentationen, wissenschaftlichen Poster und Videos können unter www.dentsplysirona.com/PEERS aufgerufen werden.

Insgesamt 26 Arbeiten wurden mit Stichtag 30. Juni für den diesjährigen Preis eingereicht. Darunter auch fünf Arbeiten von niedergelassenen Zahnärzten. Sie wurden jeweils von drei unabhängigen Juroren nach fünf verschiedenen Kriterien bewertet. Die Kooperation mit der Klaus-Kanter-Stiftung ermöglicht die Unterstützung der Absolventen der zahntechnischen Meisterschulen. Die Meisterarbeiten des Vorjahres wurden von den Juroren der Stiftung bewertet. Darunter wurde die beste Arbeit mit implantologischem Behandlungskonzept mit dem PEERS Implantat-Prothetik-Preis ausgezeichnet. Informationen dazu unter www.klaus-kanter-stiftung.de.

Ausschreibung für die PEERS-Förderpreise 2020

Informationen zu den PEERS-Förderpreisen 2020, die Teilnahmebedingungen, das Anmeldeformular und eine Postervorlage können unter peers.foerderpreise@dentsplysirona.com angefordert oder unter www.dentsplysirona.com/peers-foerderpreise abgerufen werden. Die Arbeiten müssen bis zum 31. Oktober 2019 eingereicht werden.

Über PEERS

PEERS (Platform for Exchange of Experience, Research and Science) ist ein von Dentsply Sirona Implants unterstütztes internationales Expertennetzwerk für Erfahrungsaustausch, Weiterbildung, Forschung und Wissenschaft mit Mitgliedern aus Klinik, Praxis und Zahntechnik. Als innovativem und wissenschaftlich orientiertem Unternehmen liegt Dentsply Sirona Implants die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sehr am Herzen. Neugier und Forscherdrang sind die Basis der Weiterentwicklung in der Implantologie. Wichtige Impulse werden durch die Bereitschaft gesetzt, zu lehren und zu lernen. Diesem Grundsatz hat sich PEERS verschrieben.

Privatdozent Dr. Dietmar Weng (Privatpraxis Starnberg und Gastdozent an der Klinik für Zahnärztliche Prothetik an der Universität Kiel) steht als Präsident diesem Netzwerk vor und führt aus: „PEERS schafft mit seinen Förderpreisen Strukturen, die zu besonderen Leistungen im wissenschaftlichen und klinischen Bereich motivieren.“

Co-Präsident Professor Dr. Dr. Stefan Haßfeld (Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Dortmund GmbH und Universität Witten/Herdecke) betont: „Um hohe Qualitätsstandards zum Wohle der Patienten zu etablieren, müssen die Prozesse in der Implantologie ständig weiterentwickelt und dem aktuellen Wissensstand angepasst werden. PEERS möchte die Wissenschaft und Fortbildung in der Implantologie vorantreiben und die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des implantologischen Teams fördern.“

Quelle: Dentsply Sirona Implants

Foto: Dentsply Sirona Implants
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